GoodNotes 4: Auf dem iPad schreiben wie auf Papier

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Schreiben wie auf Papier! Auf einem Tablet! Das konnte ich nicht glauben, als ich das erste Mal vom Apple Pencil gehört habe. Weil mich aber der ganze Papierkram fürchterlich anstinkt und ich einfach grottig in der Papierablage bin, habe ich mich auf das Experiment eingelassen und bin zum nächsten Apple-Verkäufer gerannt. Okay, es war langsames gehen … Ich gebe zu – es ist nicht zu 100% wie das Schreiben auf Papier. Aber beim Verlassen des Ladens hatte ich einen neuen Tabletstift – den Apple Pencil.

Update 01/2019: Mittlerweile ist GoodNotes 5 erschienen. Neben einigen Funktionserweiterungen und -verbesserungen ist das Grundgerüst erhalten geblieben. Die neuen Funktionen und Unterschiede kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

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Aber zu jedem Tabletstift gehört eine App

Ich probierte erst einmal die Standard- sowie kostenlosen Apps. Mit den Standardapps auf dem iPad kann man nicht wirklich viel anfangen; das Gelbe vom Ei war es also nicht. Bei der Suche stieß ich schnell auf die App GoodNotes 4. Zu dem Zeitpunkt war mir der Preis von 8,99€ noch zu hoch für eine App. Doch der Leidensdruck mit den kostenlosen Versionen stieg und letztendlich investierte ich das Geld. Und; was soll ich sagen: „Es hat sich gelohnt!“

Nach meinen ganzen Tests bin ich bei der Meinung angelangt, dass das Schreiben mit GoodNotes 4 dem Schreiben auf Papier am nächsten kommt.  

Wie funktioniert GoodNotes?

GoodNotes 4 basiert auf dem Prinzip von Notizbüchern. Du hast die Möglichkeit beliebig viele Notizbücher anzulegen, diese zu beschriften und sogar in Ordnern zu organisieren.

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Die Notizbücher können außen und innen individuell gestaltet werden.

Die Notizbücher sind individualisierbar – bunte Cover, verschiedene Papiertypen (liniert, kariert, blanko, Notenblätter, …) – da ist für jeden etwas dabei. Wenn es um den Inhalt geht, dann kannst in GoodNotes schreiben, zeichnen, tippen, markieren, unterstreichen, einkreisen, Bilder und Grafiken einfügen, …! Du siehst – die App ist sehr mächtig an Funktionen. 

Wenn du nun ein Notizbuch brauchst, klickst du oben links auf das „+“, gibst dem Buch einen Namen, wählst den Papiertyp und schon kann es losgehen. Naja, fast …
Ein kleiner Tipp von mir. Wenn ich im Hochformat schreibe, dann drehe ich das iPad einmal um 180°, sodass der Homebutton oben ist. Dadurch kann es während des Schreibens nicht passieren, dass ich den Knopf aus Versehen mit meinem Handballen erwische. Dann kann’s aber losgehen 🙂

Meine Lieblingsfunktionen von GoodNotes 4

GoodNotes bietet eine umfangreiche Funktionspalette und ich bin mir sicher, dass ich bis heute noch nicht alle Funktionen herausgefunden habe. Meine Notizbücher sind zum Beispiel erst seit zwei Wochen so schön bunt 🙂 Doch einige Funktionen haben es mir angetan und ich bin froh, dass ich sie in meinem Schulalltag zur Verfügung habe.

Teilen

Meine eigenen Konferenzmitschriften und Gesprächsprotokolle kann ich über zwei Klicks direkt an die Kollegen teilen. Diese haben alle nötigen Informationen dann direkt vorliegen und müssen nicht warten, bis ich das Protokoll abgetippt habe. Für mich hat es noch den weiteren Vorteil, dass ich es nicht abtippen muss. Sehr offizielle Dinge, müssen aber natürlich weiterhin über die Computertastatur laufen – aber selbst das Tippen von Text kann in GoodNotes einfach realisiert werden.

Durch eine Exportfunktion in PDF kann ich die einzelnen Dokumente zudem noch anderweitig archivieren, wenn ich sie auf dem Tablet nicht mehr benötige.

Einbinden von Bildern und Grafiken und PDFs

Ich war auf einer Fortbildung für ein Stundenplanprogramm und der gute Herr hat erzählt und erzählt und erzählt: „Der Knopf ist für dies und der Knopf ist für das. Damit machen Sie jenes und damit solches!“ Das war mir nach etwa 5 Minuten zu blöd, denn das Programm hat etwa 200 Knöpfe. Also schnappte ich mir GoodNotes, machte ein Foto und heraus kam das:

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Meine Mitschriften während einer Fortbildung. 

Ich hatte nun die Möglichkeit das, was ich sonst in ellenlangen Sätzen hätte aufschreiben müssen, mit zwölf einfachen Worten anschaulich auszuformulieren. Der große Vorteil ist weiterhin, dass ich später auch noch genau sehen kann, wo die Funktion war, wie sie aussah und und und. Meine Kollegen, die neben mir saßen, sagten irgendwann nur noch: „Das brauch‘ ich auch!“.

In meinem Unterricht fertige ich mir Bilder von Schülerarbeiten an und kann so direkt im Arbeitsergebnis des Schülers meine Notizen festhalten. Und wenn ich sie nicht mehr benötige, brauche ich zwei Klicks und das Notizbuch ist gelöscht bzw. archiviert.

Diese ganzen Möglichkeiten funktionieren auch bei PDFs. Diese können aus einer E-Mail oder einem Speicherort, wie der Dropbox, importiert werden. Es ist nicht unbedingt notwendig ein Foto anzufertigen.

Ich kann meine Notizen durchsuchen

Wenn ich eine Information suche, die nicht dort steht, wo sie stehen sollte, dann kann ich die Suche anschmeißen und finde das Dokument in der Regel in fünf Sekunden. Geil! GoodNotes schafft es, meine Handschrift zu analysieren und damit durchsuchbar zu machen. Zugegeben – es ist ein Programm, das bei der ein oder anderen Handschrift an seine Grenzen geraten wird – aber bei mir funktioniert es wunderbar.

Handschrift zu Text umwandeln

GoodNotes kann meine Handschrift in Text umwandeln. Dafür läuft eine mächtige OCR-Technologie (Optical Character Recognition) im Hintergrund, die auch das Durchsuchen möglich macht.
Auch wenn man eine grausige Handschrift hat; die App schafft es recht gut, die Buchstaben zu erkennen und in digitalen Text umzuwandeln. Selbst Anführungsstriche werden erkannt. GoodNotes vereint damit das beste aus zwei Welten – handgeschriebene Notizen und digitaler Text.

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Die Umwandlung von Handschrift in Text funktioniert erstaunlich gut.

Gibt es auch Nachteile?

Die gibt es mit Sicherheit; jedoch wird jeder diese für sich selbst festlegen. Mir persönlich hat es nicht gefallen, dass die App-Entwickler noch einmal 8,99€ von mir haben wollten, damit ich die App für meinen iMac bekam. Dadurch habe ich zwar verschiedene Funktionen dazu gewonnen, wie die Möglichkeit des Ergänzens von Notizen am Computer, aber das macht Microsoft zum Beispiel kundengerechter. Microsoft OneNote ist zum Beispiel für Tablet und Rechner kostenlos und synchronisiert die Daten zwischen diesen Geräten ebenfalls. Vom Gesamteindruck hat mich GoodNotes jedoch viel mehr überzeugt, auch wenn sich bei OneNote in letzter Zeit viel getan hat.

GoodNotes 4 ist meiner Meinung nach die beste App, um Notizen anzufertigen und gehört deshalb auf jedes Lehrertablet. Der Preis von 8,99€ ist absolut gerechtfertigt.
Ich hoffe, dass die App mit der voranschreitenden Zeit weiterhin besser wird. Ebenso, dass es eine Android-Version geben wird, denn derzeit ist sie leider nur für Apple-Geräte verfügbar.


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Katharina
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Katharina

Genau diese Idee hatte ich auch… bereits fürs Ref, auch wenn ich annehme, dass man in der Grundschule das weniger gebraucht.
Ich frage mich nur, wie du das mit dem Datenschutz machst… Appel ist ja gut abgeschirmt, aber gibt es da nicht trotzdem Probleme?

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